Fashion Week in Berlin, Quelle: rbb

Im Atelier des Designers Vladimir Karaleev laufen die letzten Vorbereitungen für die Show bei der Fashionweek. Seine Mitarbeiterin Hanna Rückert verfeinert die Seidenblusen. "Ich nähe hier ein Organza-Schrägband ein, um den Saum einzufassen, damit es nachher einen schönen Abschluss hat", erklärt Rückert. "Der Organza ist ja Seide, aber ziemlich kratzig, wenn man das auf der Haut hat."

Für die neue Kollektion experimentiert Vladimir Karaleev mit Schnittmustern. Ein Top oder ein Kleid sieht dann schon mal vorne so aus wie eine klassische Jacke mit Reißverschluss und Blende. "Der Sinn der Mode ist doch, dass man durch Experimente weiterkommt, dass sich eine Evolution ergibt", sagt Karaleev.

Nach seinem Studium in Berlin hat der gebürtige Bulgare vor sechs Jahren ein Mode-Label gegründet. In Berlin-Mitte entwirft der 35-Jährige seine international erfolgreichen Kollektionen. Am besten verkauft sich seine Mode in Japan und in den USA. "Mode ist ein hartes Geschäft", sagt Karaleev, er weiß es aus eigener Erfahrung. "Es ist einfach, ein Label zu gründen und ein paar Saisons durchzuhalten. Aber wie es sich weiterentwickelt - das ist das Herausfordernde."

Designern in Deutschland eine Chance geben

Anders als Vladimir Karaleev verlassen viele Designer nach ihrer Ausbildung Deutschland, um in Paris, Mailand oder New York bei internationalen Modelabels zu arbeiten. Damit sich das ändert, wurde vor eineinhalb Jahren der deutsche "Fashion Council" gegründet, sagt Anita Tillmann, die Geschäftsführerin der Modemesse.

"Es gab bisher in Deutschland keine Lobby für Designer und deutsches Modedesign. Dabei haben wir weltweit unglaublich talentierte Designer, die kein Zuhause in Deutschland hatten", berichtet Tillmann. "Mode war nicht auf der Agenda, weder als Wirtschaftsgut, als Kulturgut, noch war es in der Politik verankert."

Das wolle sie nun ändern. Zum Auftakt der Fashionweek verkündete der "Fashion Council" die Zusammenarbeit mit einem großen schwedischen Modeunternehmen. Mit einem Coaching-Programm sollen junge Designer unterstützt und ihnen das Modegeschäft nähergebracht werden. "Es geht darum, dass sie hier eine Lobby haben und von hier aus nach Deutschland und in die ganze Welt verkaufen können", sagt Tillmann.

Mode an außergewöhnlichen Orten

Mit dem "Berliner Mode Salon" gibt es während der Fashionweek außerdem eine Plattform für junge, deutsche Designer. Neben Vladimir Karaleev stellt das Design-Duo von Perret Schaad die Kollektion für den nächsten Sommer im Kronprinzenpalais vor.

Die bedruckten Seidenkleider schillern in grün, rosa, rot und gold. Tutia Schaad und Johanna Perret nennen es "urbanes Design". Die Designerinnen von Perret Schaad lieben es, mit ihren Mode-Events Berlin zu bespielen. Sie haben schon Modeschauen im Museum, im Baumarkt oder an einem Kinderplantschbecken gezeigt. Dieses Mal haben sie ihre Mode in einem Film inszeniert, mit der Schauspielerin Hannah Herzsprung.

"Wir finden sie schön und cool", sagt Tutia Schaad. "Sie hat eine interessante Schönheit und dazu ist sie eine echte Frau. Perret Schaad ist ein Label, das für aktive, reale Frauen gestaltet. Daher war das ideal." Gezeigt wird der Film im "Me Collectors Room" in der Auguststraße.

Auch der Designer Michael Michalsky hat sich mit der Französischen Friedrichstadtkirche am Gendarmenmarkt einen besonderen Ort für seine "Stylenite" ausgesucht. Guido Maria Kretschmer zeigt seine Kollektion in Wedding im Erika-Hess-Eisstadion, dem zentralen Ort für die Schauen der Berliner Modewoche.Read more at:formal dress | evening dresses australia